Beim Pipe Crushing wird ein Rohr mit Quetschbacken flachgedrueckt, bis der Querschnitt geschlossen ist und der Durchfluss temporaer absperrt. Das Verfahren funktioniert nur bei duktilen Werkstoffen, etwa Polyethylen oder Blei, die sich verformen lassen, ohne zu brechen.
Bei starren Werkstoffen wie Stahl ist das Verfahren ausgeschlossen. Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Methoden: Die Absperrung entsteht durch eine gewollte plastische Verformung. Das Rohr wird absichtlich beschaedigt, um es abzusperren.
Fuer Pipe Crushing existiert kein uebergreifender Verfahrenskodex. Etabliert ist es vor allem im Versorgungsbereich fuer Gas und Wasser bei Kunststoffrohren, mit Bezuegen zu den jeweiligen Werkstoff und Rohrnormen und zur betrieblichen Prozedur.
Die eigentliche Frage stellt sich nach dem Quetschen, nicht davor: Ist das Rohr nach der Rueckrundung noch integer, und ist die bleibende Verformung zulaessig. Das ist das Haftungsvakuum dieses Verfahrens. FRALEX macht die Bewertung der Restintegritaet zur Pflicht, nicht zur Annahme.
Bevor die Backen ansetzen, stehen sechs Fragen, deren Antworten dokumentiert und verantwortet werden.
Nur duktile Werkstoffe wie Polyethylen oder Blei lassen sich sicher quetschen. Starre Werkstoffe wie Stahl sind ausgeschlossen, sie reissen statt sich zu verformen.
Das Quetschen erzeugt eine gewollte plastische Verformung. Ausmass und Verteilung dieser Verformung muessen im zulaessigen Bereich des Werkstoffs bleiben.
Kann das Rohr nach dem Quetschen ausreichend rueckgerundet werden, und traegt es danach noch. Diese Bewertung entscheidet ueber die Zulaessigkeit.
Wiederholtes Quetschen an derselben Stelle fuehrt zu Werkstoffermuedung. Ob und wie oft an einer Stelle gequetscht werden darf, gehoert in die Entscheidung.
Backenradius, Backenbreite und Position bestimmen die Spannungsverteilung. Falsche Geometrie erzeugt lokale Ueberlastung und Risse.
Die bleibende Verformung wird dokumentiert und die Restintegritaet freigegeben. Ein gequetschtes Rohr ohne dokumentierte Bewertung ist ein offenes Risiko.
Kein Kodex garantiert, dass ein gequetschtes Rohr danach integer ist. Genau deshalb ist die dokumentierte Restbewertung der eigentliche Wert. Integritaet ist eine Entscheidung, keine Materialeigenschaft.
Dieselbe Grauzone, andere Technik. Weiter im Cluster:
Kurze, belastbare Antworten zum Pipe Crushing. Die vollstaendige Logik steht im GLSC im Veritas Library.
Wenn ein Rohr gequetscht werden soll und die Restintegritaet danach verantwortet werden muss, strukturiert FRALEX die Bewertung. Direkt mit Frank Havemann.